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Wege zur klimaneutralen Wärme- und Kälteversorgung

Bayreuth, 17.03.2026

Fachtagung „Natürliche Kältemittel in Heizung und Klimatisierung“ liefert Impulse für Forschung, Praxis und Ausbildung.

Im März 2026 fand am Zentrum für Energietechnik (ZET) der Universität Bayreuth die Fachtagung „Natürliche Kältemittel in Heizung und Klimatisierung“ im Rahmen des Projektes „Wärme-Klima-freundlich“ statt. Das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanzierte Projekt, beschäftigt sich mit der Analyse der Potentiale von natürlichen Kältemitteln in der Wärme- und Kältebereitstellung und soll offene Forschungslücken schließen. Das vorhandene Know-how soll an die Entscheidungsträger und unterschiedlichen Stakeholder transportiert werden. Dies geschieht in Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt, das mit einem weiteren Projekt zu natürlichen Kältemitteln den Wissenstransfer unterstützt und die Veranstaltung mitorganisierte.

Rund 80 Fachleute aus Handwerk, Fachplanung, Industrie, Verwaltung, Wissenschaft und Politik kamen zusammen, um die aktuellen Herausforderungen und zentralen Fragestellungen beim Einsatz natürlicher Kältemittel zu beleuchten. Die Relevanz dieser Thematik ergibt sich durch die schrittweise Reduzierung (Phase-down) und das Verbot von klimaschädlichen, fluorierten Treibhausgasen in der EU auf Basis der F-Gas-Verordnung (EU 2024/573). Diese regulatorische Maßnahme soll den Einsatz von alternativen Arbeitsmedien in Klimaanlagen und Wärmepumpen beschleunigen, um eine Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Die Veranstaltung umfasste Beiträge u. a. vom Umweltbundesamt, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Fachverbänden, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Inhaltlich standen drei Themenblöcke im Mittelpunkt:

  • Die Auswirkungen der neuen F‑Gase‑Verordnung
  • Effiziente Anwendungen natürlicher Kältemittel in Heizungs- und Klimatisierungssystemen
  • Best-Practice-Beispiele aus Handwerk, Gewerbe und Industrie

Dabei wurden insbesondere sicherheitsrelevante Aspekte, Qualifizierungsbedarfe, normative Rahmenbedingungen und Einsatzmöglichkeiten natürlicher Kältemittel in der Praxis intensiv diskutiert. Ergänzt wurde das Programm durch eine Abschlussdiskussion und einen Laborrundgang durch die Keylabs des ZET.

Die Tagung wurde von den Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen und lieferte wertvolle Impulse für die weitere Projektarbeit. Zudem wurden wichtige Themen für das kommende Symposium 2027 erarbeitet. Darunter der Wunsch nach vertieften Informationen zu Betreiberpflichten, sicherem Umgang mit brennbaren Kältemitteln, Einblicken in Normung und Effizienzvergleiche sowie weiteren praxisorientierten Schulungs- und Anwendungsformaten. Die Fachtagung trug wesentlich zur Vernetzung relevanter Akteure bei und stärkte die Sichtbarkeit des Projekts und der Universität im bundesweiten Fachkontext.